Viele Menschen gründen ihre Hoffnung auf etwas anderes. Sie hoffen auf ein Leben nach dem Tod oder darauf, dass ein verheißener Messias kommt und alles für sie tut. Doch all dies geschieht in einem Zustand des Schlafes. Sie verstehen nicht, dass sich alle echten Lehren über den Menschen und seine Möglichkeiten auf den gegenwärtigen Zustand des Menschen beziehen – so wie er ist und was er werden kann – und nicht auf einen zukünftigen Zustand oder einen möglichen Fortschritt.
Wenn Sie mich also fragen, was diese Arbeit verspricht, werde ich Ihnen antworten: Sie verspricht nichts. Der Mensch muss zunächst erkennen, was er jetzt im Moment wirklich ist. Er ist noch nicht bewusst. Sobald er dies erkennt, muss er sich an sich selbst erinnern. Wenn der Mensch sich an sich selbst erinnern könnte, befände er sich auf einer höheren Bewusstseinsebene. Er wäre nicht länger im Schlaf. Infolgedessen würden viele Illusionen von ihm abfallen und alles würde in einem neuen Licht erscheinen.
Wenn er so fortfährt, erreicht er einen Bewusstseinszustand jenseits der Selbsterinnerung – den Zustand des objektiven Bewusstseins. In diesem Zustand sähe er die Dinge, wie sie wirklich sind. Dann wäre er erwacht. Ein Mensch kann lediglich auf objektives Bewusstsein hoffen, doch Hoffnung allein wird es ihm nicht schenken. Er muss hier und jetzt an sich selbst arbeiten und darf nicht darauf hoffen, es in einer anderen Existenz zu erlangen.
Dieses System verspricht also nichts. Doch wer arbeitet, wird etwas erreichen. Nehmen wir an, er erhält Leder, aus dem er Schuhe fertigen kann. Aber er muss die Schuhe selbst herstellen, damit sie ihm passen. Es müssen seine eigenen Schuhe sein – keine geliehenen.
G.I. Gurdjieff
Quelle: Maurice Nicoll - Psychological Commenteries
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